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Open Source Simulationswerkzeug fĂŒr Energienetz: Wandel simulieren und GeschĂ€ftsmodelle testen

Der Artikel erklĂ€rt, wie der Wandel in der Energiewelt — durch dezentrale Erzeugung, FlexibilitĂ€ten und Digitalisierung — neue Chancen schafft. Er zeigt, wie Sie mit einem Open Source Simulationswerkzeug fĂŒr Energienetz Szenarien durchspielen, GeschĂ€ftsmodelle bewerten und datenbasierte Entscheidungen absichern können.

Open Source Simulationswerkzeug fĂŒr Energienetz: Netze und GeschĂ€ftsmodelle simulieren

Wandel in der Energiewelt und datengestĂŒtzte GeschĂ€ftsmodelle simulieren

Herausforderungen durch dezentrale Energiequellen

Die Energiewelt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Eine wachsende Zahl dezentraler Energiequellen wie Solaranlagen und Verbraucher wie WĂ€rmepumpen stellt das elektrische Verteilnetz vor immense Herausforderungen. Gerade fĂŒr kleinere Stadtwerke und Netzbetreiber fehlen oft die Möglichkeiten, diese VerĂ€nderungen zu simulieren und sich auf die neue Energiewelt einzustellen. Hier setzt das Projekt VISE-D an, das von einem Forschungskonsortium entwickelt wird.

Das Projekt VISE-D: Ein Open Source Simulationswerkzeug fĂŒr Energienetz

Im Projekt VISE-D arbeiten die UniversitĂ€t zu Köln, die TH Köln und die Ruhr-UniversitĂ€t Bochum an einem Open Source Simulationswerkzeug fĂŒr Energienetz. Dieses Tool soll es ermöglichen, neue datengestĂŒtzte GeschĂ€ftsmodelle zu entwickeln und die Auswirkungen von VerĂ€nderungen im Netz zu ermitteln. Prof. Dr. Marc Oliver BettzĂŒge von der UniversitĂ€t zu Köln erlĂ€utert: „Wir entwickeln ein leicht zugĂ€ngliches und ĂŒbertragbares Modell von Stromverteilnetzen. Es bildet vielfĂ€ltige technische und ökonomische Aspekte ab, einschließlich des Nutzungsverhaltens.“

Netz- und Marktmodell: Eine ganzheitliche Betrachtung

Im Fokus der Analysen steht das Niederspannungsnetz, also die unterste Ebene des Stromnetzes. Da dessen Gestalt je nach Siedlungsstruktur sehr unterschiedlich sein kann, verwenden die Projektpartner Benchmark-Netze, die sich in anderen Projekten bewĂ€hrt haben. Darauf aufbauend werden Stromerzeuger und -verbraucher sowie weitere Anlagen wie Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher, WĂ€rmepumpen oder Ladestationen fĂŒr Elektrofahrzeuge im Netz simuliert. Zudem fließen Faktoren wie Netzzustand und Wetterdaten ein.

Das Marktmodell

Neben diesem Netzmodell entsteht im Projekt ein Marktmodell. Dazu sollen zunĂ€chst die Akteur*innen des digitalen Energiesystems wie Endverbraucher oder Stadtwerke sowie deren PrĂ€ferenzen und BedĂŒrfnisse analysiert werden. Anschließend werden Modelle erstellt, um individuelle Interessenslagen abzubilden und den Effekt von neuen Tarifmodellen oder politischen Maßnahmen wie der CO2-Bepreisung zu ermitteln.

Ein risikoarmer Experimentierraum

„Durch diese ganzheitliche Betrachtung von Netz und Markt und der zahlreichen technischen, sozioökonomischen sowie wirtschaftlichen Aspekte können wir eine Vielzahl von Fragestellungen und die verschiedenen Spannungsfelder adĂ€quat adressieren und erforschen. Das Simulationstool wird ein risikoarmer Raum sein, in dem Marktteilnehmer*innen die richtigen Weichenstellungen in einer sich verĂ€ndernden Energiewelt vorab erproben können“, sagt Prof. Dr. Thorsten Schneiders von der TH Köln.

Praktische Anwendungsmöglichkeiten

In den vergangenen Jahren sind immer mehr Solaranlagen als dezentrale Erzeuger sowie WĂ€rmepumpen und Ladestationen fĂŒr E-Autos als große Verbraucher an ein Netz angeschlossen worden, das dafĂŒr ursprĂŒnglich nicht ausgelegt ist. Ziehen die Verbraucher zeitgleich Strom aus dem Netz, droht InstabilitĂ€t. „Dieser konkreten Problemlage kann durch einen geeigneten regulatorischen Rahmen begegnet werden, etwa indem die Versorger unterschiedliche Tarife anbieten, z.B. mit gĂŒnstigem Nachtstrom, damit E-Autos eher in dieser Zeit geladen werden, oder mit der stĂ€rker invasiven Möglichkeit fĂŒr Netzbetreiber, WĂ€rmepumpen per Fernzugriff netzdienlich abzuschalten – beide und noch viele weitere Optionen lassen sich mit unserem Tool testen“, sagt Prof. Dr. Andreas Löschel von der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum.

Über das Projekt VISE-D

Das Projekt „VISE-Smart Data: Mehrwertgenerierung durch Energiedaten – Trends & Transformationsprozesse“ wird im Rahmen des Virtuellen Instituts Smart Energy (VISE) durchgefĂŒhrt, einer NRW-weiten interdisziplinĂ€ren Forschungsplattform unter der Leitung der TH Köln und der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum. Das Energiewirtschaftliche Institut an der UniversitĂ€t zu Köln leitet das Teilprojekt VISE-D und verantwortet die Themen Regulatorik und Marktgeschehen. Das Cologne Institute for Renewable Energy der TH Köln untersucht die Auswirkungen auf die technische Infrastruktur, wĂ€hrend der Lehrstuhl fĂŒr Umwelt-/Ressourcenökonomik und Nachhaltigkeit der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum das Nutzungsverhalten und AnsĂ€tze zur Verhaltensmodellierung untersucht. VISE-D wird unterstĂŒtzt durch die assoziierten Partner Stadtwerke Troisdorf GmbH, Beenic Buildings Intelligence GmbH, BDEW-Landesgruppe NRW, ASEW GbR und SME Management GmbH. Fördermittelgeber ist das Ministerium fĂŒr Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.

Die Rolle der TH Köln

Die TH Köln zĂ€hlt zu den innovativsten Hochschulen fĂŒr Angewandte Wissenschaften. Sie bietet Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland ein inspirierendes Lern-, Arbeits- und Forschungsumfeld in den Sozial-, Kultur-, Gesellschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Zurzeit sind rund 23.500 Studierende in etwa 100 Bachelor- und MasterstudiengĂ€ngen eingeschrieben. Die TH Köln gestaltet Soziale Innovation – mit diesem Anspruch begegnen wir den Herausforderungen der Gesellschaft. Unser interdisziplinĂ€res Denken und Handeln, unsere regionalen, nationalen und internationalen AktivitĂ€ten machen uns in vielen Bereichen zur geschĂ€tzten Kooperationspartnerin und Wegbereiterin.

Fazit: Ein Blick in die Zukunft

Der Wandel in der Energiewelt ist unaufhaltsam und stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Das Open Source Simulationswerkzeug fĂŒr Energienetz, das im Rahmen des Projekts VISE-D entwickelt wird, bietet eine vielversprechende Möglichkeit, diesen Wandel aktiv zu gestalten. Durch die Simulation von Netz- und Marktmodellen können neue datengestĂŒtzte GeschĂ€ftsmodelle entwickelt und die Auswirkungen von VerĂ€nderungen im Netz ermittelt werden. Dies ermöglicht es insbesondere kleineren Stadtwerken und Netzbetreibern, sich auf die neue Energiewelt einzustellen und die richtigen Weichenstellungen vorzunehmen.

Der Wandel in der Energiewelt schreitet schnell voran. Unternehmen nutzen zunehmend datengestĂŒtzte GeschĂ€ftsmodelle, um sich anzupassen und zu wachsen. Diese Modelle helfen, Energie effizienter zu nutzen und Kosten zu senken. Die Simulation solcher GeschĂ€ftsmodelle kann entscheidend sein, um die besten Strategien zu entwickeln und umzusetzen.

Ein Beispiel fĂŒr innovative AnsĂ€tze in der Energiewirtschaft ist die Huawei FusionSolar Smart PV+ESS. Diese Lösung kombiniert Photovoltaik mit Energiespeichern und bietet somit eine effiziente Möglichkeit, erneuerbare Energie zu nutzen. Durch die Integration von Datenanalyse können Nutzer ihre Energieproduktion und -verbrauch optimieren.

Auch im Bereich der ElektromobilitĂ€t gibt es spannende Entwicklungen. Die Ford Pro Heim-Ladelösung fĂŒr Unternehmen zeigt, wie Unternehmen ihre Fahrzeugflotten effizient managen können. Durch die Nutzung von Daten können Ladezeiten und -kosten optimiert werden, was zu einer besseren Nutzung der Ressourcen fĂŒhrt.

Ein weiteres interessantes Projekt ist die Energiewende Projekt Sachsen-Anhalt. Dieses Projekt zeigt, wie datengestĂŒtzte GeschĂ€ftsmodelle zur Umsetzung der Energiewende beitragen können. Durch die Analyse von Daten können Projekte effizienter geplant und umgesetzt werden, was zu einer schnelleren und kosteneffizienteren Energiewende fĂŒhrt.

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